Monetarismus

Die Lehre vom Geld, das Verhältnis der Währungen untereinander und der Fiskal-Wirtschaft.


Der Lebensweg einer Staatsanleihe

Der Lebensweg einer Staatsanleihe

Publiziert 2. März 2014 | Von Bunki

In diesem Artikel soll erklärt werden, wie  Staatsanleihen entstehen, wie sie vergehen und durch welche Hände sie im  Lauf ihrer Existenz gehen können. Dabei sollen vorhandene  Missverständnisse aufgeklärt werden und Auswirkungen auf Volkswirtschaft  und Finanzpolitik in klarerem Licht erscheinen. Gerne wird fälschlicherweise angenommen, dass eine Staatsanleihe ein Darlehen an den Staat darstellt. Auch die Vorstellung, dass Staatsschulden dem Wirtschaftskreislauf Geld entzögen wird sich als falsch erweisen. Tatsächlich spielt die Herausgabe von Staatsanleihen eine wichte Rolle im komplexen Zusammenspiel mit privater Kreditvergabe, Notenbankoperationen und Finanzmärkten bei der Regulierung der Geldmenge.

Die Geburt einer Staatsanleihe

Wenn der Staat eine offene Rechnung hat, jedoch nicht genügend

(mehr …)


Warum die wirtschaftsliberale Agenda eine Sackgasse ist

Populäre Irrtümer:

Warum die wirtschaftsliberale Agenda eine Sackgasse ist

Publiziert 22. Dezember 2013 | Von Thomas Weiß

Ein Schlagwort, das derzeit geradezu inflationär verwendet wird, insbesondere von unserer Kanzlerin, ist die Wettbewerbsfähigkeit. Dahinter verbirgt sich die in den letzten Jahren u.a. in Deutschland gefahrene wirtschaftsliberale, unternehmensfreundliche Politik. Deren Reformen, wie die Senkung der Körperschaftssteuer und die komplette Hartz IV Gesetzgebung, begünstigen vor allem die Profite der Unternehmen. Die unausgesprochene Implikation dahinter ist, dass zu erwartende Gewinne die Unternehmen zu Investitionen motivieren, die dann in der Folge Beschäftigung und Wohlstand für die Bevölkerung schaffen. Dieser Zusammenhang scheint so naheliegend, dass er selten hinterfragt wird.

Tatsächlich ist er jedoch seit einiger Zeit immer weniger gegeben. Die folgende Grafik zeigt deutlich, dass besagte Reformen in der Tat die Unternehmensprofite in die Höhe getrieben haben. Die Investitionen hingegen waren sogar leicht niedriger als in den 90er Jahren. Wie kann man sich das erklären, und v.a. welche Konsequenzen muss man daraus ziehen?

(mehr …)


Rasch noch ein paar Bitcoins kaufen?

Die spin-doctoren der Finanz-Konfession haben die Witterung aufgenommen und sind angesprungen auf den fetten Braten, zu dem Kryptowährungen gemacht (aufgeblasen) werden können:

Eine andere Möglichkeit für eine Bitcoin-Konkurrenz besteht in der Entwicklung eines Zahlungsmittels, das Bitcoin aus ökonomischen Gründen überlegen ist. Hier wäre es beispielsweise vorstellbar, dass digitales Geld zu einem festen Wechselkurs gegenüber einer staatlichen Fiatwährung, z.B. dem Euro, vom Emittenten herausgegeben und jederzeit wieder zurückgenommen wird.

Der Emittent des Geldes müsste sich dabei verpflichten, alle so eingenommen Euro in risikoarmen, festverzinslichen, auf Euro lautenden Wertpapieren anzulegen. Die daraus resultierenden Zinseinnahmen könnten dann dazu verwendet werden, den Wechselkurs des Geldes gegenüber dem Euro langfristig aufzuwerten. Da die Zinseinnahmen bei festverzinslichen Wertpapieren feststehen, könnte die mögliche Aufwertung über einen Zeitraum von mehreren Jahren immer schon im Voraus berechnet und bekanntgegeben werden.

Diese Wechselkursstabilität gegenüber dem Euro würde das Geld als Zahlungsmittel attraktiver machen als Bitcoin. Da die Zinsen festverzinslicher Wertpapiere in der Regel über der Inflationsrate liegen, würde das digitale Geld auch einen Inflationsschutz gegenüber der Euro-Inflation bieten.

Autor Rainer Maurer

Der Rettungs-Poker

von Raimund Brichta

Die milliardenschweren Rettungspakete in Europa sind für Raimund Brichta nichts anderes als ein großer Bluff. Denn ganz gleich, ob damit Banken oder Staaten aus der Schuldenmisere geholfen werden soll – bezahlt werden die Hilfen mit neuen Schulden.

„Das ist ungefähr so, als würdest du in ’nem verrauchten Hinterzimmer in ’ner Kneipe in ’ner Pokerrunde sitzen, und du brauchst dringend Geld. Dann sagst du zum Zweiten: ‚Leih’ mir was!’ Dann sagt der zu dir: ‚Ich hab’ selber nix. Aber die Schulden, die der Dritte bei mir hat, die kann ich dir geben.’ Dann sagst du: ‚Super. Und als Sicherheit bekommst du vom Vierten die Schulden, die ich bei dem hab’.’ ‚Spitze’, sagen dann alle und fangen an zu zocken. Frage: Wie viel Geld liegt jetzt gerade auf dem Tisch?“ (HG. Butzko, Kabarettist)

 

Satire und Wahrheit liegen oft nah beieinander – selbst dort, wo man es nicht vermutet. Oder würden Sie auf Anhieb darauf kommen, dass HG. Butzkos Pokersketch auffällige Parallelen zum so genannten Euro-Rettungsschirm aufweist? An diesen hatte Butzko hier zwar gar nicht gedacht, Tatsache ist aber: Die Euro-Rettungs-Politiker zocken mit ähnlichen Mitteln wie die Finanzhaie, denen sie angeblich das Handwerk legen wollen und die Butzko in seinem Sketch auf die Schippe nimmt.

Ein Beispiel: Die spanische Regierung braucht zurzeit dringend Geld zur Rettung ihrer Banken. Deshalb sagte sie kürzlich zu den Regierungen der anderen Euroländer: „Leiht uns was!“ Dann sagten die Regierungen: „Wir haben selber nix. Aber unser Rettungsschirm, der kann Schulden machen, die ihr haben könnt.“ „Super“, sagten die Spanier, „und als Sicherheit kriegt ihr dann das, was wir nicht haben.“ „Spitze“, sagten dann alle und machten sich daran, Spanien, seine Banken und den Euro zu retten.

 

Retter ohne Geld

Genau nach diesem Prinzip funktioniert der Euro-Rettungsschirm – egal, ob er nun EFSF heißt, wie bisher, oder ESM, wie in Zukunft: Niemand hat etwas – weder die Retter, noch die Geretteten -, aber jeder geht mit dem, was er nicht hat, sehr großzügig um. Das mag alle überraschen, die meinen, man könne nur mit etwas helfen, das man hat, und nicht mit dem, was man nicht hat. Aber in der modernen Finanzalchemie funktioniert es eben anders.

In dieser funktioniert es nur, wenn zu alten Schulden stets neue dazu kommen. Und deshalb ist der Rettungsschirm lediglich ein Mittel, um die Schuldenberge weiter wachsen zu lassen. Es muss nur jemand gefunden werden, der die Zusatzschulden noch schultern kann. Deutschland und eine Handvoll anderer Länder scheinen dazu noch in der Lage, und deshalb werden sie über den Rettungsschirm in die Pflicht genommen.

Da wäre es nur folgerichtig, wenn diese Länder das obendrauf gepumpte Geld auch zu ihren Staatsschulden hinzurechnen würden. Aber dann käme das wahre Ausmaß des Debakels vermutlich schneller ans Licht als erwünscht – noch hat Deutschland schließlich Bestnoten bei den Ratingagenturen zu verteidigen. So hat man den „dauerhaften“ Rettungsschirm erfunden und ihn „Europäischer Stabilitäts-Mechanismus“ ESM genannt. In der Hoffnung, die Schulden so noch ein Weilchen anhäufen zu können, ohne dass sie in vollem Ausmaß in der offiziellen Statistik auftauchen. Beim Pokern würde man so etwas vermutlich einen Bluff nennen. Die Frage ist nur, wie lange sich die Mitspieler bluffen lassen. Auch beim ESM müssen irgendwann die Karten auf den Tisch. Und wie beim Pokern ist auch hier das Spiel irgendwann zu Ende, meint Ihr


perfide Praxis der doppelten Kredit-Ausfall-Sicherung

Ist eigentlich schon wem aufgefallen, dass die Banken sich die Kredite immer doppelt besichern lassen?

Einmals durch die Bonitäts-Prüfung, mit der die Kreditwürdigkeit des Kunden bescheinigt wird – oder nicht; der Antragsteller muss dem Gläubiger (der Bank – die für die Einlagen ihrer Kunden haftet) diese selbst nachweisen. Er könnte ja ebenso ein ’systemisches Risikio‘ darstellen. Dies wäre dann der Fall, wenn er einen namhaften Kredit trotz mangelnder Bonität – also einen Vertrauens-Vorschuss / Pfand in Form von adäquater Zahlungsmoral, persönlichen Verhältnissen und stabile finanzielle Verhältnisse sowie ein stabiles Einkommen – bescheinigt bekäme, obwohl dem nicht so ist.

Andernmals durch den Kredit-Zins selbst! Denn dieser ist ja im Grunde nichts anderes, als die Gebühr für das Risiko der Bank eines teilweise oder Total-Ausfalls des vergebenen Geld-Kredits gegenüber dem Gläubiger – also den Kunden mit ihren Geld-Einlagen. Da das Kredit-Ausfall-Risiko nie vollständig zu eliminieren ist, sondern vielmehr immer ein Rest-Risiko auf Nicht-Zurückzahlung des Kredits bestehen bleibt, ist der Kredit-Zins anversicht auch gerechtfertigt. Es gibt leider keinen perfekten Markt, bei dem alles zu 100% getilgt wird, so dass der Zins theoretisch wegfallen könnte.  Auch wenn diesen Zahlungs-Ausfällen sicherlich auch andersweitig (..) beizukommen möglich wäre.

Die eigentliche Idee des Zinses ist in diesem Falle aus meiner Sicht in einer solidarischen Umlage-Versicherung zu sehen, welche in überschaubaren Kreisen auf ‚Dorf-Niveau‘ sogar ohne Weiteres funktionieren könnte:

Kann der Kredit – aus welchem Grund auch immer – von einem Mitbürger nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt werden, so bedeutet das auch bei mehrmaligen Vorkommnissen (verschiedener Bürger), nicht den Untergang / die Insolvenz der Bank (die ja theoretisch auch nicht das Geld herzaubern kann..). Sondern die Kredit-Ausfälle der Bank werden solidarisch von den Schuldnern der ganzen Gemeinde getragen, durch den gezahlten Kredit-Zins von wenigen Prozent auf den so verteuerten Leih-Betrag.

Der Zins alleine würde also ausreichen, um etwaige Ausfälle der Bank – als uneinbringliche Forderungen verbucht – wett zu machen. Die Bilanz wäre durch die Mehreinnahmen der Bank aus Zins auf die Verleih-Gelder wieder ausgeglichen.

Soweit zur Theorie.

In der Praxis  scheinen die Banken jedoch den Zins gar nicht als Besicherung ihrer Geld-Vergabe wahrzunehmen. Sonst könnten sie auch ohne Weiteres auf die aufwendigen Bonitäts-Prüfungen verzichten. Nein; die Banken kassieren viel mehr gleich doppelt ab:

Jeden kredit-nehmenden Schuldner durch Anrechnung des Kredit-Zinses aufs Haben-Konto der Bank und im Falle eines Aus-Falles darf der Schuldner mit seinem Privat-‚Vermögen‘ – seinem gesamten Hab und Gut – auch noch bluten. Worin besteht der Sinn dieser doppelt – kollektiv wie paritätisch – praktizierten Schulden-Tilgung? Macht dies überhaupt Sinn?

Zudem muss man wissen, auch wenn es in die Thematik der doppelten Besicherung jetzt nicht wirklich rein passt, dass die (big) Geschäfts-/Investment Banken einen Großteil ihrer beachtlichen (20%+) Gewinne hauptsächlich durch Geld-Vermehrung auf der Basis der Ausgabe von ungedecktem Geld erwirtschaften.

Für mich gibt also ein quasi doppeltes Aufwiegen der Kredit-Ausfälle nur dann einen gewissen Sinn, wenn ein weiterer – oft nicht beachteter – Faktor, nämlich derjenige der Beschaffung notwendiger, jedoch sehr knapper Handels-Ressourcen – welche im Falle der Banken  eindeutig das Geld darstellt – mit in den gedanklichen Legitimations-Prozess hineinbezogen wird.

Die Beschaffung einer Basismenge an Zentralbank-Geld..

Stellt sich mir noch die Frage: Als was nehmen die Banken und Ökonomen den Zins dann war? 

Bei aufgeklärteren  sollte der Zins als das wahrgenommen und auch nach aussen kommuniziert werden, was er tatsächlich ist: Ein Obolus für die private Geld-Emission. Denn dort, wo das ganze Schuld-Geld emissioniert und der – wenn auch sehr limitierte – Zugang für fast Jedermann über das Banken-System nach ‚Unten‘ ermöglicht wird, ist man natürlich auch nicht von gestern. Im Gegenteil. Hier denkt die finanzielle Elite der privaten stakeholder der zwölf Privat-Banken, die zusammen die Federal Reserve – die US-Zentralbank also – bilden, sehr ‚progressiv‘. Sie schaffen das Geld aus dem Nichts und geben es jedoch nur als Schuld-Geld weiter aus – also nur gegen eine prozentual fixe Gebühr am nominellen Kredit. Auch die FED besichert sich im Grunde doppelt gegen einen Aufall – denn als Sofort-Pfand nimmt sie ebenfalls Staats-Anleihen, Schatzpapiere etc. in Kauf. Im Prinzip also exakt der gleiche Prozess, den auch eine (Kommunal-)Bank vollführt, mit dem einen Unterschied: Die US-Zentralbank (FED) kann das Geld praktisch unendlich schöpfen. Für sie ist Geld als Ressource nicht knapp. Lediglich die zur Verfügung stehenden, akzeptablen (Staats-)Sicherheiten für das auf paradoxe Weise (noch) kostbare Geld / US$ sind es. Die Federal Reserve ist somit Kreditgeber / Gläubiger der ersten Instanz und damit Profiteur in letzter Instanz. Sie bestimmt die Spielregeln – die Konditionen, zu denen ein US-Staats-Kredit vergeben wird. Den Leitzins etwa. Das kann die FED, weil sie quasi ein Markt-Monopol auf die Ressource Geld hat. Dieses wird durch das Patent der FED auf die Geldschöpfung gesichert. Solange ihr dieses Patent erhalten bleibt – es ihr der Staat nicht wieder aberkennt, solange kann sie die Geldwirtschaft willkürlich diktieren und für ihre privaten Interessen mißbrauchen.

Schuld-Geld im Übrigen deshalb, weil das Geld nicht schuldfrei – durch und für die öffentliche Hand – geschaffen wird, sondern mit einem Leit-Zins der ZB für das Kredit-Ausfall-Risiko des Marktes privat ‚besichert‘ wird – aus Gläubiger-Sicht gesehen. und wer kommt für das ganze schuldbehaftete Geld auf? Na? Die Bürger – die einen übersteigerten Bedarf an Geld haben und sich verschulden, in erster Linie natürlich. Aber auch die Industrie, denn ‚ohne Moos nix los‘, wie’s so schön heisst. Und damit sind wir Alle natürlich mit an Bord. Doch ist beim Menschen noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: Die Natur / Umwelt leidet natürlich! mit. Vom kapitalistischem Diktat sind weder Mensch noch Tier ausgenommen. Alle leiden unter ein und derselben Minorität privater Geldhalter, denen auf perfide Weise (mit Nachdruck!) das Recht der Geldschöpfung in die Hände gefallen ist (gegeben wurde) und das sie nicht mehr aufgeben wollen. So entsteht in exponentieller Geschwindigkeit aus Geld immer mehr Geld. Wächst und wächst – und sucht neue Anlage-Möglichkeiten in einer begrenzten Welt.

Dazu noch mein bekennendes Paradigma / Prophezeihung: Nur der kollektive Ausstieg aus dem Finanz-Faschismus, die Aufgabe der kapitalistischen Religion, die Ablehnung der systemischen Verschwörung und die Flucht nach Vorne, kann unsere Gesellschaft noch erretten – eine Gesellschaft, die diesen Namen auch verdient, wieder-erblühen lassen. Dazu müssen wir uns selbst aus dieser Abwärts-Spirale heraus-katapultieren, uns und so viele unserer Mitbürger wie möglich aus der kapitalistischen Gleichung herausnehmen – bevor der Kapitalismus 3.0 womöglich unser aller Schicksal besiegelt und wir endgültig ‚vor die Hunde gehen‘.

Eine recht interessante, weitergührende Frage in diesem Bezug: Wie wird international mit einem Staat umgegangen, der ‚Pleite gegangen‘ ist? Wird er sanktioniert? Oder ’nur‘ beim zukünftigen Handeln am Markt behindert / ausgeschlossen?

Was die Koppelung der Geldmenge mit dem vergüteten Gut-/Haben-Zins betrifft bzw. dessen Verhältnis zueinander: Bei kleineren Umsätzen bis zum Million-Bereich, was der Regelfall der meisten Banken ausmacht, kann man ja davon ausgehen, dass das Zins-Verhältnis vom Haben : Soll Betrag etwa 5:1 entspricht. Es wird also im Regelfall – die Erfahrung zeigt es – locker mal der fünffache Zins des gebotenen Zinses aufs Spargeld für einen in Anspruch genommenen Kredit verlangt.

Doch auch hier gilt, wie bei fast jeder Investition: Die nachgefragte Masse senkt bei Vollzug den Preis. Bei einem Investment eines zwei- bis dreistelligen Millionen-Betrages wird die Differenz von Haben-/Kreditzins zum Soll-/Sparzins marginal. Im Gegensatz zur Marktlogik – ‚je mehr ich von einer Ressource anbiete, desto weniger bekomme ich dafür‘ (bei endlicher Nachfrage), verhält es sich bei der Ressource Geld also genau umgekehrt: ‚Desto mehr ich anbieten / nachfragen kann – je mehr Geld ich für mich arbeiten lassen kann, desto günstiger werden die Konditionen für mich‘. Das Knappheits-Gebot ist somit ausser Kraft gesetzt und ein Einschwenken in Richtung Verteilungs-Gerechtigkeit nach diesem Prinzip (solange dieses vorherrscht) endgültig passé.


Die Wachstumskritik des Stephan Schwarz‘ ^_^

Alexis Passadakis @postwachstum.net:
„Mit der Krise des neoliberalen finanzmarktgetriebenen Wachstumsmodells und der Krise des fossilistischen Industrialismus, wie sie sich mit der Klimakrise und Peak Oil zuspitzt, ist die Frage des ökonomischen Systems wieder auf der Tagesordnung. Im politischen Handgemenge wird heftig über makro-ökonomische Konzepte gestritten: neoliberale Austeritätspolitik vs. Neo-Keynesianismus und bisweilen auch Öko-Keynsianismus. Mit dem Beginn der zweiten Phase der Weltwirtschaftskrise, der Eurozonen-Turbulenzen, bietet sich ein Möglichkeitsfenster, dass soziale Bewegungen bei den ökonomischen Weichenstellungen wieder eine größere Rolle spielen. In diesem Kontext nimmt ein neuer Zyklus von wachstumskritischer Debatte an Fahrt auf. Dabei gehen die Autor_innen des Postwachstumsblog davon aus, dass Wirtschsftswachstum in den frühindustrialisierten Ländern des Nordens ein Problem für globale soziale Gerechtigkeit ist und nicht die Lösung – und dass Gleichheit und Gerechtigkeit heute nur sozial-ökologisch gedacht werden kann. Es geht also um eine solidarisch-demokratische Post-Wachstumsökonomie. Dieser Blog skizziert und kommentiert die laufenden Diskussionen um eine Postwachstumsökonomie. Gleichzeitig begleitet er die Planungen eines Kongresses zum Thema „Jenseits des Wachstums!?“ für das Frühjahr 2011 an dem Attac maßgeblich beteiligt sein wird.“

Unsere attacademie Postwachstums-AG: „Wir wollen uns mit der Theorie die für das Wachstum spricht beschäftigen und
dann natürlich anschließend gleich: Was stimmt denn nicht am Wachstum?
Dann erwarten wir wohl eine Wachstumskrise..und dann kommen wir zu einem Postwachstum.
Was wächst dann noch? – Vor allem gehts um den Stoff-Durchsatz und die Ressourcen – den
Ressourcen-Verbrauch, das darf wohl nicht mehr wachsen.
Dann gibts verschiedene Theorien zu diesem Zustand: Degrowth.. Dann gibts verschiedene
Bereiche, die dann vom Zustand des Postwachstums betroffen sein werden:
Mobilität(?), Landwirtschaft, Finanzen(?), Demokratie(?), Bevölkerungshöhe(?), Energie und
Dezentralisierung(?).
Frage: „Wie übersetze ich diese Theorien, um diese über uns hinaus zu verbreiten?“ – theoretisch
oder anhand von Fallbeispielen..

Anmerkung: die mit ? versehenen Punkte bedürfen meiner Meinung nach einer konkreten
Erläuterung! d.h. ich check die eigentlich alle nicht wirklich – höchstens Wirtschaft & Energie-DL
leuchten mir wirklich ein^_^

Von der attac website:
„..Dagegen erhoffen sich manche einen grünen Kapitalismus, manch andere ein anderes Wirtschaftssystem. Wo steht Attac? Wo sollte nicht nur Attac stehen?
Um uns dieser Frage anzunähern, wollen wir genauer wissen, warum der Kapitalismus wachsen muss. Liegt es am Geld? Oder am Konkurrenzsystem? Oder am Menschen an sich?
wie wir dem Wachstumszwang entkommen – falls notwendig. Durch Regulierungen? Durch eine neue Kultur? Oder durch ein neues Wirtschaftssystem?
Welche Strategien bei der Schaffung eines zukunftsgerechten, emanzipatorischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems notwendig und erfolgversprechend sind.“

Meine Meinung(en):

  • Ich halte überhaupt nichts, von einem künstlich hochgehaltenen – gehypten, grünen Wachstum – insofern er nicht mit weiteren, massiven Eingriffen in den amerikanischen Kapitalismus gekoppelt ist.
  • warum der Kapitalismus wachsen muss: Es liegt am Geld – am Geldsystem.
  • wie wir dem Wachstumszwang entkommen: Durch ein anderes Geldsystem – nicht Wirtschafts-System! & durch (Finanz-)Regulierung.

Daher sind als notwendig & erfolgsversprechend anzusehen:
Alle Maßnahmen, die direkt & effektiv in die drei bestimmenden Faktoren eines jeden florierenden Geldsystems einwirken:

  • Der Prozess der Geldschöpfung → Wem kommt der Münzgewinn zu Gute?
  • Die Deckelung der gesamten umlaufenden Geldmenge und deren Mindeßt-Reserve(-Satz)
  • Der Leitzins der Zentralbanken (fiskalischer Spielraum je nach Konjunktur-Zyklus)  (mehr …)

Irland steht mit dem Rücken zur Wand – Addendum zum Schlussgedanken

Der SpiegelFechter – Jens Berger – im Schlussgedanken des gerade publizierten Artikels „Irland steht mit dem Rücken zur Wand„:

Warum gestattet die EU nicht, dass sich Staaten, die am Markt zu hohe Aufschläge zahlen müssten, mit Auflagen über die EZB finanzieren? Wie das funktionieren kann, bewies unlängst die FED, die erst vor kurzem ankündigte, Staatsanleihen im Wert von 600 Milliarden US$ aufzukaufen. Für Angela Merkel wäre das jedoch unattraktiv, kann sie doch nun direkt Einfluss auf die Politik der PIIGS-Staaten nehmen.

Das kann ich Dir sagen, mein lieber SF, da die EZB im Gegensatz zur FED nicht in der Lage ist, Geld aus dem Nichts zu schaffen und damit Europa zu versklaven. In der EU läuft das etwas anders: Hier ist Brüssel auf ein stabiles Wechsel-Verhältnis des Euro zum US-Dollar bedacht. Würde der Euro heute auch nur ansatzweise eine derartige Inflation erfahren, und zwar durch simples „quantitative easing“ in Form des Ankaufs von (EU) Schatzpapieren der Staats-Haushalte durch die EZB – wie dies bei der Inflationierung des US$ durch die FED erneut der Fall ist, befänden wir uns morgen im 3. Weltkrieg.

(mehr …)