globaler Raubbau & Kolonialismus


ziemlich perverser Flexibilisierungsdruck – die neoliberale Agenda

ziemlich perverser Flexibilisierungsdruck – die neoliberale Agenda

Finanzmärkte erwarten permanent günstige Rahmenbedingungen für ein rendite-versprechendes Investment-Klima, dass sie zu Investitionen veranlasst. Die EZB und die europäische Finanzpolitik (Troika) versucht ganz in diesem Sinne günstige Rahmen-/Ausgangsbedingungen zu setzen. D.h. vor allem für Großkunden der Banken (MFI) günstige Konditionen zur Hebelung (leveraging) des anlage-affinen Kapitalstocks für die Finanzmärkte (Geldfonds) möglich zu machen.

Für das kollektive Interesse der (Kapital-)Anlageseite, sogar für den Erhalt der Kontrahierungsfähigkeit zahlreicher gewerblicher Branchen in einer globalisierten Welt, wird also Partei ergriffen, wenn man so will. Das Angebot bzw. der zu diesem führende Investitions-Strom wird strukturell gefördert. Vermögens-Aggregate (realer / materieller oder monetärer Art) verbleiben in einem ‚Zustand der Beharrung‘, bleiben statisch im Bezug des Korridors ihrer Rentabilität. Dieser Korridor wird im Interesse des aggregierten, globalisierten Kapitals institutionell geregelt, nach einer Logik, die Anlage- bzw. Profit-Erwartungen synthetisch über Null hält (positivisiert) — den finalen Rückfluss der Investitionen also zwingend (deutlich) über der Investition selbst verordnet. // keine negativen Anlage-Erwartungen zulässt, diese kategorisch ausschließt.

Jedoch gilt diese Förderung nicht (in diesem Maße) für nachfrage-seitige Interessen (in den Warenmarkt). Bestenfalls werden noch nachfrage-seitige Interessen in Faktormärkte – Arbeits- & Kapitalmarkt als produktions-relevante Märkte zur Produktion unternehmerischen Outputs – wahrgenommen / bedient.

Es wird quasi stillschweigend eine unendlich flexible Fähigkeit zur Nachfrage von Gütern & Dienstleistungen unterstellt / vorausgesetzt. Ein stetiger Progress der Flexibilisierung der effektiven (kaufkräftigen) Nachfrage (durch Inflations-Druck um 2%) ist systemisch gewollt, konstituiert daher das Mandat der EZB mit.

Die aus der Flexibilisierungspolitik der eff. Nachfrage maßgeblich hervorgehende „Lockerung der Kaufkraft“ (Inflation) führt zu problem- und konfliktbeladenen Beziehungen der von der Flexibilisierung und dem Schwund der Kaufkraft ihres Einkommens am meisten Betroffenen auf der einen Seite zu den Arbeitgeberverbänden wie auch zu staatlichen Institutionen auf der anderen Seite. (Lohn-Preis-Spirale) (mehr …)


Populäre Irrtümer:

Banken benötigen Spareinlagen um Kredite zu vergeben

Publiziert 30. August 2013 | Von Thomas Weiß

Im Rahmen unserer Reihe “Populäre Irrtümer” soll hier als Fortführung des Artikels Geschäftsbanken verleihen Zentralbankgeld die Behauptung „Banken benötigen Spareinlagen um Kredite zu vergeben“ als falsch entlarvt werden.

In der gängigen Meinung funktionieren Geschäftsbanken als reine finanzielle Vermittler, während die Erzeugung von Geld (Geldschöpfung) alleine der Zentralbank zukommt. Tatsächlich ist unser Geldsystem ein Hybrid aus öffentlicher und privater Struktur, in dem ein maßgeblicher Teil der Geldschöpfung bei den Geschäftsbanken liegt. In einer für jedermann verständlichen Veröffentlichung der Bundesbank ist zu lesen:

“Geschäftsbanken schaffen Geld durch Kreditvergabe.” Weiterlesen


das Geldmarkt Paradigma 1

geld Folgen der Geldwirtschaft:

  • sich selbst demontierender Kapitalismus
  • Verteilungs-Probleme auf dem Güter- & Dienstleistungs-Markt
  • sich auseinander dividierende Klassen-Gesellschaft, Kultur der Gegensätze
  • Ausgrenzung ‚milieu-ferner‘ Gruppierungen / Exklusion (Ghetto-Bildung)
  • schleichender Werte-Verfall (Moral & Ethik)
  • Ungerechtigkeit, Unausgeglichenheit, Mobbing
  • gesundheitliche Belastungen, psychische Störungen, Trauma
  • Dekadenz, Narzissmus, Snobismus, Exzesse, Arroganz, Prunksucht, Neid, Hass
  • Erosion des klassischen Normalarbeitsverhältnisses
  • ökologische & humane Katastrophen
  • überhöhter körperlicher Verschleiß bei Arbeitern
  • sinkende Bildung, soziale Standards, Lebensqualität
  • Arbeitslosigkeit
  • Hunger

Wenn das die Zwischenziele sind, die derzeit gut und kurzfristig beobachtbar sind und die gleichzeitig in einem hinreichend engen Zusammenhang zum wirtschaftspolitischen Endziel stehen sollen, erschauere ich wirklich im Denken an jene Aussicht, wie eines fernen Tages (oder doch nicht so fern?) das Endziel oder vielleicht besser gesagt die Endlösung darstellen wird.


Nach Gaddafis Tod droht Libyen die Spaltung

Gegenregierung im Osten
Viele Libyer glauben, das System Gaddafi bestehe nach dem Tod des Diktators fort. In Ostlibyen hat sich daher eine Gegenregierung zum Übergangsrat gebildet.

Es gab Zeiten, da wurden die Anführer der libyschen Revolution als Könige gefeiert. Aber der Sturz des Gaddafi-Regimes scheint schon lange her zu sein. Und so musste der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats Mustafa Abd al-Dschalil kürzlich durch die Hintertür seines Büros in Bengasi fliehen, während Demonstranten den Sitz der provisorischen Regierung angriffen und Tränengasgranaten durch die Fensterscheiben in die Büros warfen.
..weiterlesen

jetzt kommt heraus, was von Anfang an Sache war: der lybische Übergangs-Rat trifft auf sozio-kulturelle Hürden in seinem Bestreben, Lybien an den Westen zu verkaufen, zu deregulieren & zu privatisieren. Er wird scheitern und zugleich bildet sich ein neues – hoffentlich demokratisches – Parlament. Dann war das ganze Blutvergießen vielleicht nicht ganz umsonst, wenn die Lybier sich nun – da es scgib schien als würden sie sich der pro-westlichen Ordnung und dem Ausverkauf der Öl-Ressourcen ihres Landes fügen, nun doch selbst neu organisieren und den westlich gesteuerten Übergangsrat ablehnen / ‚in den Arsch treten‘. Eine richtungs-weisende Geste für den Rest der Welt – insbesondere für islamische Territorien, denen ebenfalls ein pro-westlicher Wandel aufoktruiert werden soll, denen UN-Einsätze gleich dem in Lybien drohen.


Wo hinkt das System?

Geld ist knapp und es muss auch knapp gehalten werden, damit es als werthaltiges Tausch-Äquivalent ein kontinuierliches Vertrauen genießen kann.

Doch sorgen die institutionellen Akteure – in erster Linie die Zentralbanken – für finanzielle Verwerfungen an mehreren Stellen:

Ursachen:

  • Wuchernder, exponentieller Zinseszins auf angehäufte Kapital-Vermögen;  Groß- & Investmentbanken fahren aufgrund harten Wettbewerbs einen gewagten Kurs, d.h. garantieren für hohe Zinsen bzw. für  (oft nicht als entsprechend riskant ausgewiesene) Anlage-Optionen auf Einlagen
  • Finanziers – i.d.R. Banken – geben Kredite ans gemeine Volk wie auch an Geschäfte-Macher aus, da bei ersteren oft Geldmangel bis hin zu Geldnot herrscht, bei zweiteren der Anreiz lockt, ‚risiko-armes‘ Fremdkapital als Hebel für noch mehr profitable – meißt jedoch keineswegs produktive Geschäfte, wie Spekulations-/Casino-Geschäfte einzusetzen.

–> in beiden Fällen gilt: massive Geld-Entwertung durch (bilaterale) „Geld-Schwemme“ bzw. zügellose Emission von Schuld-Scheinen/-Ansprüchen

Folge-Erscheinungen:

wie etwa in Marx Kapital nachzulesen –

  • Abschöpfung des Mehrwertes durch die Unternehmer.
  • Ausbeutung der Arbeitskraft des Proletariers (Humankapital).
  • Währungs-Inflation und Repression der Erwerbsarbeit und damit ein destruktiver Prozess für all diejenigen, die sich im globalen Konkurrenzkampf nur schwer behaupten können.

Osama Bin Laden im Mai 2011 ermordet?

Wer kann glauben, dass der meistgesuchte Terrorist der Welt, der angeblich den grössten Angriff auf Amerika am 11. September 2001 durchführte, dabei fast 3’000 Menschen tötete, die ganze Luftabwehr der USA austrickste, drei von vier Zielen perfekt traf, drei Wolkenkratzer pulverisierte, wobei nur zwei von einem Flugzeug getroffen wurden, für den man einen Krieg gegen Afghanistan führt, der bisher 400 Milliarden Dollar und zahllose Menschenleben gekostet hat, der dann auch noch fast 10 Jahre unsichtbar blieb und vom besten und grössten Geheimdienst der Welt nicht gefunden werden konnte … dass die Amerikaner ausgerechnet dann, wenn sie diesen SUPERMAN endlich erwischen, sie ihn einfach als wehrloses Opfer kaltblütig ermorden und sofort ins Meer werfen, statt ihn als Trophäe nach Amerika zu bringen, um ihn der ganzen Welt zu zeigen und vor ein Gericht zu stellen.

..mehr darüber @ http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/05/operation-geronimo-obama-wusste-nichts.html


Résumé – ‚common wealth‘

Fazit meines Literatur-Studiums zu den Werken der Autoren Micheal Hardt, Antonio Negri

+ Auseinandersetzung mit Postwachstums-Ökonomie und der möglichen Rolle /des Potentials von Allmende-Gütern

 

Fragestellung: Was bedeutet es, in einer globalen Markt-Wirtschaft auf die Subsumierung von Gemeingütern wie Energie, Öffentlicher Nahverkehr, Bildung, … – ja, sogar Geld als Ware, unter die öffentliche Hand zu drängen, wenn die Quellen / die Schaffung dieser Gemeingüter in privaten Händen verweilt?

Analyse / Annahme:

Der Sozial-/ Wohlfahrts-Staat handhabt die der kapitalistischen Vermögens-Umverteilung (unten→oben) entgegengesetzte, weitaus geringfügigere Verteilung heutzutage so, dass existenz-sichernde Transfer-Maßnahmen zur Befriedigung von Grund-Bedürfnissen und zur Befriedung / Deeskalation der Geringverdiener & Arbeitslosen sozialisiert – die Kosten hierfür ’solidarisiert‘ werden. Das ist Fakt und zweifelt keiner an.

Was dagegen eher Grund für Überlegungen aufwirft, ist die Vermutung..

 

hieraus zu folgernde These für PostWachstum:

Viele Bestrebungen etwa einer von attac! derweil im Diskurs befindlichen möglichen Postwachstums-Ökonomie gehen – nach mehrheitlicher Auffassung (unbestätigt) – in dieselbe Richtung. (décroissance, deprivatisierung, öffentliche Güter, degrowth, Dekommodifizierung, allgemeine Wachstums-Kritik)

Diese (soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung*) gilt es mit über das ‚Keynsianische‘ * hinausgehenden Konzepten wie (Wieder)Aneignung der Gemeingüter, Deglobalisierung, neuen Formen der Arbeit, Ernährungssouveränität4 und Energiedemokratie neu zusammen zu denken, und zwar unter den Vorzeichen einer Wirtschaft, die nicht wächst, sondern bis zu einem Stabilisierungspunkt schrumpft. [*sinngemäß ergänzt – These zum PW von Alexis Passadakis & Matthias Schmelzer, Juni 2010]

→ zur Aneignung der Gemeingüter: Erforschung GG_MPI

wenn ich das richtig interpretiere, soll diese Konzept-Idee sich auf Allmendegüter / common goods beziehen – sprich auf die freie / gemeine Allokation und Nutzung nicht privatisierter natürlicher Reservate etwa von nat. Lebensgrundlagen wie Luft, Wasser, Boden; zudem Wild- & Fischbestände, Wiesen / Wälder, .. – aber auch vom Menschen geschaffene Formen der Infrakstuktur – also öff. Verkehrsmittel, Straßen, Parks, ..?!

Frage: Gehören zu Gemeingütern auch öffentliche Güter, von denen Niemand ausgeschlossen werden kann – wie Energie, Abfallentsorgung und Telekommunikation? Ich denke: Ja – aber erst in zweiter Instanz. Hier sollte man zwar ebenfalls ansetzen, jedoch mit einer grundlegend anderen Methodik / Strategie.

→ Differenzierung aller Aktion – allen Bestrebens gesellschaftlichen Wandels – unter der Prämisse der Vermeidung von Knappheit und der Lenkung des Wirtschaftens durch ökonomische Anreize oder Restriktionen. Diese zwei Ziele können nur durch Unterbindung der Akkumulation privaten Eigentums in zusätzlicher Ergänzung (doppelt hält besser) mit der wirtschaftlichen ‚Ächtung‘ des aus unternehmerischer Tätigkeit hervorgehenden Mehrwerts von übersteigert-akkumulierten / verhältnislosen privaten Eigentums – egal ob institutionell oder singulär – gewährleistet werden.

  • Negierung der bestehenden Misere, Auswüchse, Ungerechtigkeiten durch weitgehende Unterbindung des (willkürlichen) Handelns zu unrecht etablierter, nicht legitimierter (US-)Institutionen und Überführung der Entscheidungs-Gewalt in die Hände / die Obhut demokratischer Souveränität:was effektivst & am nachhaltigsten nur durch eine Transformation des Geldsystems gelingen kann; somit Auflösung / Zerstörung bestehender Institutionen, die den Fortbestand des aktuellen FIAT-Money Geldsystems (Praxis der Geldschöpfung, etc.) gewährleisten
  • Aussperrung /Ausklammerung des ad absurdum gesteigerten Grenznutzens aus dem zukünftigen ökonomischen ‚Welfare‘-Modell – Restriktierung der unternehmerischen Nutzenfunktion: was das Bestreben nach kapitalistischer Profit-Generierung aus unternehmerischer Tätigkeit ab einem bestimmten, demokratisch konsolidierten Punkt / Level sinnlos bzw. sinnfrei werden und somit folgerichtig verpuffen lässt; diese ‚Verpuffung‘ wäre als das gewollte / bewusst herbeigeführte Resultat eines gesellschaftlichen Verdikts biopolitischer Konstitution anzusehen. In dem man auf internationaler Ebene gesetzliche Restriktionen durchsetzt – z.B. Akkumulations-Limits oder Wucher-Verbot, welche die Privat-Autonomie wirtschaftlichen Handelns einschränkt; Anerkennung durch Wirtschafts-Mächte problematisch

In beiden Fällen muss sich die biopolitische Kollektive ihrer Macht bewusst werden, sie bündeln und durch demokratische Entscheidungsfindung legitimieren und durch den Souverän zu einer ersten Konstitution konsolidieren lassen. Unter Einbezug des Potentials und der Synergien, welche sich durch Optimierung der drei maßgeblichen Characteristika biopolitischer Arbeit

  • Kooperation
  • Autonomie
  • netzwerkartige Organisationen

ergeben, kann eine Bewegung von Dauer, die in dem Ziel der Bildung biopolitischer Institutionen gipfelt, gewährleistet werden.

zur Erläuterung:

Die Hegemonie der biopolitischen Produktion, die sich heute herausbildet, bringt neue demokratische Möglichkeiten mit sich. Dabei sind drei einander überlappende Entwicklungen entscheidend:

Erstens: Während in der Zeit der Hegemonie industrieller Produktion die Kapitalisten im Allgemeinen den Arbeitern die Mittel und Muster der Zusammenarbeit zur Verfügung stellten, nach denen sich die Produktion organisierte, ist in der biopolitischen Produktion die Arbeit selbst zunehmend dafür verantwortlich, für Kooperation zu sorgen. Daraus folgt zweitens: biopolitische Arbeit wird immer autonomer gegenüber dem kapitalischen Kommando, das, wo immer es eingreift, die Produktion eher behindert und Produktivität verringert. Drittens schließlich: Im Gegensatz zu den vertikalen, hierarchischen Formen von Kooperation, die das kapitalistische Kommando vorgab, schafft biopolitische Arbeit horziontale Netzwerkformen.

Insbesondere demokratische Ziel- und Entscheidungsfindung auf der Basis von speziell hierfür entwickelten Kommunikations-Instrumenten (‚liquid democracy‘ – ggf. anonym), zu welchen jeder Teilnehmer a priori freien Zugang (technische Bereitstellung und Transparenz durch Schulung) haben muss, muss hierbei aktiv vorangetrieben werden. Von jedem Subjekt muss Demokratie selbst erlebt werden – idealerweise durch unmittelbare Kommunikation / Gedankenaustausch innerhalb der lebendigen Zirkel unserer Metropolen durch „learning by doing“.

 

Dies kann, trotz allen gut-gemeinten Vorsätzen, nur in dieselbe Kerbe schlagen und ebenso wie die neo-sozialistische (Lobby- & Austeritäts-)Politik der Regierung während der letzten Jahrzehnte auf der Basis rudimentär-sozialistischer Rechts-Gesinnung, in der Bereitstellung  unzureichender Leistungen auf Kosten der Arbeiter & Angestellten / Proletarier und zukünftiger Generationen enden.

→Der Gedanke, der der Postwachstums-Ökonomie in dieser Phase (Dezember 2010) zu Grunde liegt, und seinen Schwerpunkt im ‚sozial-ökologischen‚ – weniger aber in einer ‚solidarisch-demokratischen‚ Form (was der biopolitischen Produktion von Gemeingütern eher entspräche) findet, ist nach meiner Auffassung aus folgendem Blickwinkel zu betrachten und kritisch zu analysieren:

Bildung von ‚Reservaten‘ an schon kapitalistisch ‚gewachsenen‘ Erzeugnissen (keinesfalls verwechseln mit echten Gemeingütern!) = Entzug eines kleinen, nicht kritischen Teils der Ressourcen heraus aus dem kapitalistischem Diktat → dies wird aber die Barrieren des Privateigentums nicht brechen / sprengen können, sondern nur für eine Zuspitzung kapitalisch-orientierter Nachfrage an gegebenen Wirtschafts-Ressourcen & -Gütern zur Folge haben. Denn ’sozialisieren‘ oder ‚ökologisieren‘ gleicht im Spiel des Lebens um immer mehr Profit einem ‚Kampf gegen Windmühlen‘.

Die Erzeugnis-Akkumulation und somit die Ausbeutung realwirtschaftlicher Produktivität – wo auf der einen Seite akkumuliert wird, da entsteht auf der Gegenseite Knappheit, die Wucher erst ermöglicht – wird beibehalten; sie wird sich in einem geschrumpften Pool der jeweiligen, endlichen Gemeingüter sogar noch weiter verschärfen. Das Kapital wird weiterhin – ganz im Sinne des ‚homo oeconomicus‘  die Differentiale in Raum und Zeit abschöpfen.

Auf diese Weise kann das Gemeinsame im Einklang mit der kollektivistischen Produktion wachsen und durch egalitärere Arbeits-Bedingungen – und zwar sämtliche Arbeitsformen ([in-]materiell, Handel) betreffend – zu einer in der Regel gerechtfertigten / adäquaten Bewertung des Arbeits-Mehrwerts – und damit der real erbrachten Arbeits-Leistung – führen und somit für soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und gerechte, legitime Verteilung des Reichtums sorgen.

Wird dieses Grob-Konzept realisiert und wird eine kritische biopolitische Masse erreicht, eine Rebellion / Insurrection möglich, wird der Löwen-Anteil der durch den amerikanischen Kapitalismus aufgeworfenen und zum Gipfel der Perversität getriebenen Problematik (un-)menschlichen Handelns – der Geißel der Menschheit – in nicht allzuferner Zukunft der Vergangenheit angehören. Die Menschheit hat es in der Hand, die Beseitigung des massiven Ungleichgewichts – nicht nur – zwischen Arm und Reich, das die Welt zum kippen droht, durch ihr Tun voranzutreiben und philantrophes Wirtschaften – vielleicht erstmalig in der Geschichte – zum Vorteil, ja zum Wohle Aller, zu verwirklichen.


Die Herrschaft des Wuchers im Renditekapitalismus

Zinskritik – der vernünftig geordnete Wucher

Wucher und Geldgier, so meinte Max Weber,  seien vorkapitalistische Erscheinungsformen. Die Ratio des Kapitalismus bestehe sogar in der Zähmung solcher Leidenschaften: „Kapitalismus kann geradezu identisch sein mit Bändigung, mindestens mit rationaler Temperierung, dieses irrationalen Triebes.“ [..] Ausgerechnet im Zins erblickt Weber sogar den Geipfelpunkt dieser (ordnenten) Ratio: „Das Höchstmaß von Rationalität als rechnerisches Orientierungsmittel des Wirtschaftens erlangt die Geldrechnung in derForm der Kapitalrechnung“

Karl Marx war sicher weit entfernt von dieser naiven Ideologie. Er sah, dass sich im Zins keinerlei rationale Form entdecken lässt, was für ihn stets in Eins gesetzt war mit der Feststellung eines Gesetzes. Für den Zins: „Die Konkurrenz bestimmt hier nicht die Abweichungen vom Gesetz, sondern es exisitiert kein Gesetz“. Und in einer historisch-kritischen Vorwegnahme jener Zinstheorien, die als Reaktion auf den Marxismus später Vertreter der österreichischen Zinstheorie entwickelten, ergänzt Marx, dass „keine natürliche Rate des Zinsfußes existiert. Unter der natürlichen Rate des Zinsfußes versteht man vielmehr die durch die freie Konkurrenz festgesetzte Rate. Es gibt keine natürlichen Grenzen der Rate des Zinsfußes.“ Der Gegensatz zu Weber könnte auf den ersten Blick nicht größer sein.

Dennoch kommt Marx in der Beurteilung der im Wucher offenbarten Geldgier zu einem durchaus verwandten Urteil: Der Wucher gehöre einer vorkapitalistischen Form an. Im Kapitalismus selbst werde er vielmehr – nun nicht von oben, durch einen kapitalistischen Geist, sondern von unten, vom Stand der Produktivkräfte – beherrscht: „Das Wucherkapital als characteristische Form des zinstragenden Kapitals entspricht dem Vorherrschen der kleinen Produktion, der selbst arbeitenden Bauern und kleinen Handwerksmeister. […] Im Großen und Ganzen wird das zinstragende Kapital im modernen Kreditsystem den Bedingungen der kapitalistischen Produktion angepasst.“ Die Produktionsorganisation des Kapitalismus hät die Finanzmärkte in Zaum; sie legt den Wucher an die Leine. (mehr …)